Profilbild Max Zimmermann

Max Zimmermann

* 08.09.1915
† 29.12.2007
Erstellt von FUNKE Medien NRW GmbH
Angelegt am 29.12.2007
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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Max Zimmermann, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau

03.01.2008 um 20:29 Uhr von VRS Media
So ein bisschen erinnert seine Geschichte an den armen Tellerwäscher in Amerika, der es im Laufe der Jahre bis zum Millionär schafft. Max Zimmermann versuchte sich zwar nicht im Tellerwaschen, aber dennoch legte der Lüdenscheider eine echte Bilderbuchkarriere hin. Nun schloss sich das letzte Kapitel. Zimmermann starb in seinem Haus am Höher Weg im Alter von 92 Jahren. Als sich der am 8. September 1915 in Brügge geborene Zimmermann nach dem Krieg an die unternehmerische Selbstständigkeit herantastet, hat er bereits prägende Erlebnisse hinter sich. Der Ausbildung zum Kaufmann folgen lange Jahre in der Wehrmacht und amerikanische Kriegsgefangenschaft im belgischen Mons. 1947 kommt er zurück nach Hause. Der technikbegeisterte Zimmermann steigt in ein Brügger Radiogeschäft ein und baut zunächst aus alten Röhren und Metallplatten Empfänger. Das Geld ist beinahe wertlos, der Tauschhandel blüht. Es fehlt eigentlich an allem. Auf Vermittlung seiner Schwiegermutter wird Zimmermann Partner in einem Wittener Lebensmittelgroßhandel. "Gegessen wird immer", lautet seine Devise. Anfangs auf dem Fahrrad, später mit dem Motorrad besucht er mit seinem Frische-Service die Lebensmittelgeschäfte der Region und verkauft Milch und Suppen. 1953 bekommt er die Chance, die Wurst-Sparte seines Partners in Witten zu übernehmen. Er nutzt sie und legt damit den Grundstein für sein Unternehmen. Innerhalb weniger Jahre entwickelt sich "Zimbo" vom Ein-Mann-Betrieb zu einer international ausgerichteten Unternehmensgruppe. Trotz seines großen wirtschaftlichen Erfolges bleibt Max Zimmermann ausgesprochen bodenständig. Der direkte Draht zu Mitarbeitern und Kunden ist ihm eine Herzenssache - ebenso Menschlichkeit und soziale Verantwortung. Zielgerichtet und zuversichtlich, aber keineswegs verbissen, baut er seine Firma stetig aus. Als er den Regiestuhl Ende der 70er Jahre an seinen Sohn Reinhold abgibt, kann er stolz auf sein Lebenswerk blicken. "Ich habe aus dem Nichts wirklich alles selbst aufgebaut", sagte der Unternehmer mit Herz und Verstand. In den vergangenen Jahren war es merklich ruhiger um den Senior-Chef geworden. Aber gemeinsam mit Freunden genoss der praktizierende Katholik und begeisterte Schifferklavier-Spieler die Zeit, die ihm in seinen jungen Jahren häufig fehlte. Noch vor vier Wochen hatte er einen Urlaub in seinem geliebten Frankreich verbracht. Und ein zufriedenes Resümee gezogen: "Ich bin ein glücklicher Mensch." Max Zimmermann hinterlässt zwei Söhne, drei Enkel und einen Urenkel.