Pflanzen Sie einen Gedenkbaum für Josef Dittrich
Spenden Sie eine besondere Form von Trost und Beileid: Lassen Sie einen Gedenkbaum in einem regionalen Waldgebiet pflanzen.
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Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau
18.10.2007 um 13:49 Uhr von VRS Media"Lerne denken mit dem Herzen, lerne fühlen mit dem Geist." Dieser Aufforderung von Theodor Fontane hätte der verstorbene Studiendirektor Josef Dittrich vermutlich zugestimmt; denn dieser Ausspruch beinhaltet einen wesentlichen Aspekt seines pädagogischen Wirkens. In der Todesanzeige nennen seine Angehörigen Dittrich "fürsorglich und bescheiden".
So haben auch seine Schüler und Kollegen am Heilig-Geist-Gymnasium ihren "Sepp", wie sie ihn liebevoll nannten, gekannt. Dieses Urgestein aus den Anfängen der Schule war mit seiner liebenswürdig humorvollen fränkischen Lebensart die gute Seele des HGG, seitdem es ihn im April 1951 aus Bayern nach Menden verschlagen hatte. Allseits beliebt und geachtet hat Dittrich das gute mitmenschliche Klima am HGG entscheidend mitgeprägt.
Geboren wurde Josef Dittrich am 8. August 1918 in Schweinfurt. Dort und in Würzburg verlebte er seine Schulzeit. Nach dem Abitur musste er sich zunächst dem Reichsarbeitsdienst stellen, ehe er im Oktober 1938 sein Studium an der Universität Würzburg beginnen konnte. Infolge des Krieges musste er sein Studium unterbrechen, weil er im Dezember 1939 zur Wehrmacht eingezogen wurde. Zu Ende des Krieges kam er als Oberfeldwebel in amerikanische Gefangenschaft und konnte erst 1946 unter schwierigen Bedingungen seine Studien fortsetzen. Er studierte die Fächer Latein, Griechisch, Geschichte und Philosophie und bestand 1950 das Staatsexamen für das Lehramt an Höheren Schulen.
Über die katholisch-wissenschaftliche Vereinigung "Unitas" erfuhr er, dass in Menden am Heilig-Geist-Gymnasium ein Altphilologe gesucht wurde. Am 5. April 1951 konnte er die freigewordene Stelle übernehmen, und er hat sich in Menden zunehmend wohlgefühlt.
Als Lehrer war Dittrich durchaus streng und fordernd, aber auch großzügig, warmherzig und stets ansprechbar für die Probleme seiner Schüler, die er mit pädagogischem Geschick sogar für die alten Sprachen hervorragend zu motivieren verstand. Auch die Internatsschüler fanden bei ihren vielfältigen Fragen in Dittrich einen wohlwollend hilfsbereiten Ansprechpartner. Für die Sorgen der Eltern seiner Schüler hatte er stets ein offenes Ohr. Sie haben ihn als aufgeschlossenen, verlässlichen Ratgeber sehr geschätzt. Bei seinen Kollegen genoss Dittrich$ hohes Ansehen.
Uneigennützig und ausgleichend wusste er auch in kritischen Situationen, z.B. in Konferenzen, mit launigen Bemerkungen die Stimmung zu entschärfen und zugleich mit klugen Vorschlägen eine ins Stocken geratene Diskussion zu beleben. Junge Kollegen, die neu an die Schule kamen, hat er verständnisvoll gefördert und ihnen geholfen, dass sie sich schnell am HGG wohlfühlen konnten. Dittrich war am HGG über viele Jahre verantwortlich für den Stundenplan, weiterhin u.a. tätig als Mittelstufenleiter, Verwalter der Lernmittel, Oberstufenkoordinator und schließlich als stellvertretender Schulleiter.
Als man ihm beim Übergang des HGG in die städtische Trägerschaft das Amt des Oberstudiendirektors antrug, lehnte er dies in der für ihn typischen Bescheidenheit ab. Er wollte lieber im Hintergrund bleiben. Nach etwas mehr als 30 Jahren am HGG wurde Josef Dittrich am 21. Juli 1981 in den Ruhestand verabschiedet. Dittrich war Vater von vier Kindern. Seine Ehefrau und ein Sohn sind ihm in den Tod vorangegangen. Er vermochte auch Leidvolles, das ihn traf, in gläubiger Zuversicht zu ertragen.