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Jacques Marx

* 29.07.1936
† 22.10.2025
Erstellt von FUNKE Medien NRW GmbH
Angelegt am 25.10.2025
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Wir trauern um Jacques Marx

04.11.2025 um 13:33 Uhr von VVN-BdA Mülheim, Karl-Heinz Zonbergs

Sehr geehrte Familie Marx,

mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod Jacques Marx' erfahren. Als Ehrenbürger der Stadt Mülheim an der Ruhr, langjähriger Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde sowie als engagierter Kämpfer gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, für Toleranz und Vielfalt bleibt er der Vereinigung der
Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen Mülheim in ehrender Erinnerung.

Jacques Marx war mehr als nur ein Zeitzeuge der Shoa. Durch seine Erfahrungen auf der Flucht als Kind
in den Wäldern Südfrankreichs, seine familiäre Prägung durch den antifaschistischen Widerstand der Résistance und seine tiefe Verwurzelung im humanistischen Menschenbild entwickelte er ein unermüdliches Engagement für ein offenes, vielfältiges Deutschland und ein lebendiges jüdisches Leben in unserer Stadt. Seine stets verbindende Haltung, getragen von Toleranz, Wärme und Klarheit, prägte seinen jahrzehntelangen Einsatz für Gemeinschaft, Erinnerungskultur und Verständigung.

Für uns von der VVN-BdA Mülheim war Jacques Marx ein zugewandter Partner im gemeinsamen antifaschistischen Wirken. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen ihm und unserem verstorbenen Ehrenvorsitzenden Helmut Hermann war geprägt vom Geist des Widerstands gegen Neonazismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. In einem Klima gegenseitiger Wertschätzung teilten sie die Überzeugung, dass Erinnern, Aufklären und Handeln im humanistischen Geist zu den Grundlagen unserer demokratischen Gesellschaft gehören.

Unvergessen bleibt sein Engagement für eine würdige Gedenkkultur in Mülheim an der Ruhr: die
Wiederherstellung des jüdischen Friedhofs an der Gracht, die er maßgeblich vorantrieb, und das Gedenken zum Holocaustgedenktag am 27. Januar – ein Ort des Dialogs, an dem sich unsere Wege regelmäßig kreuzten.

Nicht minder wichtig war sein Einsatz für die Umbenennung des Viktoriaplatzes in »Platz der Synagoge«, durch die das Gedenken an die zerstörte Mülheimer Synagoge und an die Opfer der Pogromnacht vom 9. November 1938 einen festen Platz im öffentlichen Raum erhielt. Gemeinsam mit Jacques Marx standen wir am 9. November auf diesem Platz, um an die Schrecken der Vergangenheit zu erinnern und das »Nie wieder!« der Überlebenden des faschistischen Terrors in die Zukunft zu tragen.

Mit seiner empathischen, klugen und zugewandten Art wurde Jacques Marx für viele in unserer Stadt –
über Religions- und Parteigrenzen hinweg – ein moralischer Orientierungspunkt.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau Danielle, seiner Familie und allen Angehörigen. Der Verlust ist
groß – aber das, wofür Jacques Marx stand und was er uns mit seiner Lebenstätigkeit hinterlassen hat,
bleibt. Sein Vermächtnis verpflichtet uns alle, sein Wirken im Geist des Antifaschismus, der Humanität
und der Wachsamkeit gegenüber jeder Form des Hasses weiterzutragen.

In ehrendem Gedenken
für die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
Kreisorganisation Mülheim an der Ruhr
Silvia Rölle, Inge Ketzer, Karl-Heinz Zonbergs

Tageszeitung

vom 25.10.2025

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vom 25.10.2025
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