Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Heinz Dzewas, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau
09.08.2007 um 17:34 Uhr von VRS MediaEr erlebte eine, wie er fand, "sehr interessante
Dorfkindheit" in Eveking und lernte früh, dass Menschen,
die aus irgendeinem Grunde aus der Masse stechen,
gerne stigmatisiert werden. Damals mag der Keim
für das gelegt worden sein, was ihn sein Leben lang umtrieb: der Kampf gegen Ungerechtigkeit, Vorurteile, Zwänge aller Art. Beruflich stand er anfangs auf schwankendem Boden, dem eines Binnenschiffes.
Krieg. Infanterieausbildung. Gerade noch rechtzeitig scheiterte sein Vorhaben, "zu den U-Booten" zu gehen. Nach Kriegsende kam der junge Mann in sowjetische Gefangenschaft. Vier Jahre und fünf Monate - für ihn prägende Jahre, "in denen der Tod und die Gier
nach dem Leben immer eng zusammen lagen", wie er
sich erinnerte.
Dennoch zog er Positives aus der Lagerzeit
in Estland. Er machte Erfahrungen, die ihn nachhaltig
beeinflussen sollten, ihn bis zuletzt in der Friedensgruppe
aktiv sein ließen. Er vertiefte sich in Bücher, bekam die
Chance, Schulbildung nachzuholen, lernte so viele unterschiedliche Menschen kennen und schätzen wie danach nie wieder. Er behielt seinen Humor und entdeckte sein politisches Herz.
Zurück in Eveking eilte ihm der Ruf voraus, Kommunist zu sein und ein schwieriger Arbeiter, der schließlich auf dem Bau Beschäftigung fand. Seiner Frau Ute folgte er 1950 nach Lüdenscheid. Zwei Söhne gingen aus der Ehe hervor. Inzwischen hatte er drei Enkel. Ihnen, und
allen, die Heinz Dzewas kannten, bleibt das Bild eines
leidenschaftlichen Kämpfers für Frieden und Verständigung im Herzen.
Susanne Kornau